Schlagwörter: Gewalt

Ja, ich bin gegen Gewalt.

Deswegen weine ich manchmal ob des Ertrinkenlassens im Mittelmeer, ob des Verhungernlassens in neokolonialisierten Ländern und ob des Bombardierenlassens aufgrund des ausgesetzten Familiennachzugs. Glaubt mir, das Weinen fällt einem nicht schwer, wenn einem der geflüchtete Familienvater die Fotos seiner Familie zeigt, die nach deutschem Recht im Kriegsgebiet bleiben müssen. Könnt ihr euch seinen Unglauben vorstellen, wenn ich ihm das mitteile? Deswegen bin ich politisch aktiv.

An dieser Gewalt ändert ein ausgebrannter PKW nichts. Das ist der Grund, weshalb ich ihn nicht anstecke und das Anstecken auch nicht befürworte. Aber ich kann mich darüber nicht empören. Und ich finde es schäbig, wenn Menschen, die Verantwortung tragen für das Ertrinkenlassen, Verhungernlassen, Bombardierenlassen, fordern, ich solle mich über den ausgebrannten PKW empören. Und ich finde es unglaubwürdig, wenn Menschen, die das Ertrinkenlassen, Verhungernlassen, Bombardierenlassen akzeptieren, behaupten, sie seien gegen Gewalt. Ihr seid nicht gegen Gewalt, sondern nur gegen Gewalt gegen euresgleichen.

Ich habe in Hamburg gegen Gewalt demonstriert und Gewalt erlebt. Aber das ist nicht die Gewalt, über die gerade gesprochen wird.