Schlagwörter: beleidigung

Sich nich’ so anstellen

ausnahmslos-tNach herrschender (männlicher) Judikatur erfüllen Angriffe auf die sexuelle Selbstbestimmung in Form tätlicher sexualbezogener Annäherungen ohne Einverständnis der betroffenen Person (“Grabschereien”) nur dann den Tatbestand der Beleidigung “wenn nach den konkreten Umständen in diesem Verhalten eine (vorsätzliche) herabsetzende Bewertung des Opfers zu sehen ist” (Fischer, § 185 Rn 11a).

Auch das Vorliegen einer Nötigung (§ 240 StGB) bzw. sexuellen Nötigung (§ 177 StGB) wird in Fällen überraschender sexuell motivierter Handlungen überwiegend abgelehnt (Fischer, § 177 Rn 32).

Ich denke es ist wichtig, die sexuelle Selbstbestimmung nicht nur gegen Gewalt, sondern auch gegen diese mißachtende Tätlichkeiten zu schützen.

Wie wäre es also, den Tatbestand der Beleidigung um einen Absatz 2 zu ergänzen, der klarstellt: “Eine Ehrverletzung liegt vor, wenn durch die Tätlichkeit die sexuelle Selbstbestimmung einer anderen Person mißachtet wird.”?